13 Februar 2015

Ein tiefes Tal durchwandern



Ich möchte gerne einige Erfahrungen und Gedanken mit dir teilen. Vielleicht hast du in letzter Zeit ein tiefes Tal durchschritten oder bist gerade dabei. Mir selber ging es gefühlsmäßig in den letzten Wochen nicht so gut und ich war nicht in meiner Kraft. Ich hatte einfach keinen inneren Antrieb mehr und nichts mehr hat mir wirklich Freude bereitet. In dem Maße erging es mir schon lange nicht mehr. Ich bin normalerweise motiviert und mache meine Arbeiten (ob beruflich oder zu Hause) immer sehr gerne. Allerdings sind diese Arbeiten für mich zu Pflichten geworden und langsam aber sicher ist mir die Freude abhandengekommen.

Ich bin ein Talent darin, andere aufzumuntern und gut zuzureden, bei mir selber wollte es aber einfach nicht mehr klappen und so habe ich mich meinem inneren Trott hingegeben und bin durch mein tiefes Tal gewandert. Zwischendurch habe ich mir wieder und wieder gesagt, dass es nur eine Phase ist und sie ganz sicher wieder vorbeigehen wird. Das hat mich in den Momenten auch aufgefangen und ich habe einfach geschehen lassen.

Trotzdem hat sich die Zeit wie Kaugummi gezogen und mein Befinden wollte sich nicht lichten. Ich hatte auch gar keinen Zugang mehr zu den Dingen, die mir in solchen Situationen gut tun, wie z.B. Meditation oder Fingeryoga - ich konnte es kaum aushalten, in die Stille zu gehen. Auch meine Essgewohnheiten haben sich geändert und mein Verlangen nach Dingen, die ich selber als ungesund einstufe, ist gestiegen. Da Ernährung für mich sehr wichtig ist, hat es mich auf Dauer unglücklich gemacht und ich fühlte mich auch körperlich schlecht und kraftlos.

Zu guter Letzt bin ich krank geworden und hatte die Grippe. In dem Moment war die Krankheit für mich die Rettung. Ich konnte am Sofa liegen und nichts tun. Mein Körper hat mir gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann.

Nun kann ich mit Freude berichten, dass diese Phase ihr Ende erreicht hat und meine innere Motivation wieder da ist. Heute hat sich deutlich etwas verändert und ich spüre, dass es bergauf geht. Ich sehe wieder Licht am Horizont und fühle, dass die Verbindung zu mir selbst zu fließen beginnt.

Ich gebe dir diesen Einblick meiner Empfindungen der letzten Zeit, weil ich glaube, dass ich nicht die Einzige bin, der es so ergangen ist. Ich habe auch im Freundeskreis mitbekommen, dass es einigen nicht so gut ging.

Was meiner Meinung nach besonders wichtig ist, wenn man sich so abgeschnitten und isoliert fühlt, nicht den Glauben zu verlieren, dass eine Besserung eintreten wird. Gerade wenn es keine kurze Phase ist, sondern sich über Wochen oder Monate hinzieht ist es bedeutsam, sich im Vertrauen diesem Tiefgang hinzugeben.

Es kann sehr gut sein, dass du dann Dinge denkst oder tust, von denen du gedacht hast, dass du sie lange hinter dir gelassen hättest. Solche konträren Empfindungen, Gedanken und Taten machen es besonders schwer, Vertrauen zu fassen, wie ich finde. Wenn du dich so fühlst, dann übe dich darin, an dich selbst und dein inneres Potenzial zu glauben. Lehne dich nicht ab, sondern fange dich auf, indem du dir erlaubst, genauso sein zu dürfen. Du darfst auch mal faul, träge und antriebslos sein. Du darfst dich auch mal hängen lassen. Vielleicht braucht das ein Teil von dir gerade genauso, damit in dir eine neue Erkenntnis wachsen kann.

In unseren Köpfen scheint der Gedanke verankert zu sein, immer perfekt sein zu müssen. Und diese Perfektion gleicht einem starren Konstrukt, an dem man nicht rütteln darf, weil es sonst unvollkommen scheint. Vielleicht muss unser Perfektionismus wie ein Kartenhaus zusammenfallen, damit wir erkennen, dass Perfektion sich außerhalb unserer Vorstellung definiert und sie nichts mit vorgefertigten Bildern zu tun hat. Du bist perfekt, so wie du bist - mit all deinen Ecken und Kanten. Auch Unvollkommenheit ist Perfektion. Schau dir die Natur an. Sie ist der beste Lehrer, um dir zu zeigen, dass Perfektion nichts und niemanden ausschließt.

Öffne dein Herz für dich selbst und lasse deine Liebe fließen. Es genügt der Gedanke und das Hineinfühlen als Impuls, um die Herzenskräfte zu aktivieren und fließen zu lassen. Die Liebe fängt uns immer auf und lässt uns nicht im Stich. Sie zeigt sich oftmals auf eine Weise, mit der wir niemals gerechnet hätten. Das sind die Wunder, die wir erfahren dürfen - auch dann, wenn wir schwach und unmotiviert sind. Das ist doch der größte Beweis, dass es da draußen im Universum viel mehr gibt, als die meisten Menschen annehmen. Es gibt eine Kraft, die uns trägt und anschiebt - eine Kraft, die uns viele neue Möglichkeiten schenkt.

Hier kommen für mich auch meine geliebten Engel mit ins Spiel, die mir ganz oft neue Wege und Erkenntnisse aufzeigen. Sie sind die besten Freunde, die man sich vorstellen kann und sie sind immer da. Sie arbeiten für uns im Verborgenen und ermöglichen es uns, wieder aufzustehen und nach vorne zu schauen. Wende dich an deinen Schutzengel, wenn es dir nicht gut geht. Rede mit ihm über deine Ängste und Zweifel. Sprich aus, was in dir vorgeht. So kannst du es einmal rauslassen und musst es nicht mit dir alleine rumtragen. Du kannst ihm auch gerne einen Brief schreiben. Dein Schutzengel legt sich wie ein wärmender Mantel um dich und schenkt dir Trost. Er liebt dich unendlich :)

In der Monatsbotschaft Februar hatte ich folgendes Gedicht schon mal gepostet. Ich möchte es an dieser Stelle erneut mit dir teilen, weil es für mich der Wahrheit entspricht.
Spuren im Sand


Eines Nachts hatte ich einen Traum:

Ich ging am Meer entlang mit meinem Schutzengel.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigenen und die meines Schutzengels.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte, 
das an vielen Stellen meines Lebensweges 
nur eine Spur zu sehen war. 

Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich meinen Schutzengel:
"Mein lieber Schutzengel, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.

Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich alleine gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er:
"Mein geliebtes Kind, ich liebe dich und werde dich nie alleine lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen." 

Original von Margaret Fishback Powers 

Mit diesen wundervollen Zeilen verabschiede ich mich nun von dir und wünsche dir alles Gute auf deinem Weg :)

Alles Liebe - Diana
 

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